Wohngebiet Langenäcker-Wiesert Stuttgart

Gutachterverfahren 2004 Die Gliederung des Wohngebiets Langenäckert-Wiesert nimmt auf die klimatische Situation Rücksicht. Die Talmulde des Gebietes ist als Fläche mit bedeutender Klimaaktivität eingestuft, es entsteht nachts Kaltluft, die dann nach Osten abfließt und zum Luftaustausch größerer Gebiete beiträgt. Die Talmulde wird aus diesem Grund von Bebauung freigehalten und wird als Grünland mit niedriger Vegetation erhalten, um die klimaökologische Leistungsfähigkeit nicht zu vermindern.

Die Bebauung des Gebietes wird durch die Grünzäsur in zwei Bereiche gegliedert, die sich wiederum aus in der Höhe gestaffelten Feldern mit Wohnzeilen zusammensetzen. Die Gliederung des Gebietes stellt ein hohes Maß an Flexibilität her, sowohl hinsichtlich verschiedener Organisations- und Finanzierungsmodelle als auch unter dem Aspekt einer schrittweisen Realisierung.

Die Wohnzeilen können alle vorgesehenen Gebäudetypen aufnehmen: Geschosswohnungen, Reihenhäuser, Doppelhäuser und Einzelhäuser. Ein großer Teil der Wohneinheiten ist in Reihenhäusern organisiert. Die Erschließung der Reihenhäuser erfolgt über einen Wohnweg, an dessen Beginn die Parkplätze untergebracht sind, teils in einer übergrünten Garagenzeile, teils in der davor liegenden pergolaüberdeckten Parkzone.

Die Reihenhäuser sind durch eine klare Zonierung geprägt. Alle Aufenthaltsräume sind nach Süden orientiert und großzügig besonnt, Nebenräume und Treppen bilden eine nach Norden gerichtete Spange, die mit geringen Öffnungen zu einer günstigen Energiebilanz beiträgt.

Der Einfluss der Ökologie lässt neue Siedlungsbilder entstehen: die Gliederung des Wohngebiets folgt den klimatischen Bedingungen, die Gebäudeausrichtung nach Süden mit einer entsprechenden Gebäudetiefe führt zur optimalen Energiebilanz. Die Typologie der Gebäude und Wohnungen zeigt die Möglichkeit unterschiedlicher Wohnformen und die Mischung von Wohnen und Arbeiten. Flexibilität und Veränderbarkeit ermöglichen eine lange, nachhaltige Nutzungsdauer.