Sanierung Evangelische Stadtkirche St. Germanus
Stuttgart Untertürkheim

Direktbeauftragung durch Oberkirchenrat Die evangelische Stadtkirche Untertürkheim wurde 1493-1494 erbaut, 1634 zerstört durch Brandschatzung. Der Wiederaufbau erfolgte 1654-1656. 1803 wurde sie durch einen westlichen Umbau erweitert. 1967-1970 wurde die Kirche restauriert und mit einer durch HAP Grieshaber gestalteten raumhohen Altarwand, die die Josefslegende zeigt, ausgestattet.

Im Jahre 2011 wurden Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen in enger Zusammenarbeit mit Vertretern der Kirchengemeinde, dem Oberkirchenrat, dem Denkmalamt, Restauratoren und qualifizierten Handwerkern durchgeführt. Dabei wurde das Hauptdach komplett neu eingedeckt, die Gauben restauriert und auch der Blitzschutz erneuert. Die Dachziegel des Turms, größtenteils glasierte Turmbiberschwänze, konnten erhalten bleiben. Beschädigte wurden durch eingelagerte Turmbiber ersetzt, so dass ein leicht wechselndes, in sich stimmiges Erscheinungsbild der Turmzwiebel erhalten blieb. Der Turmschaft erhielt eine neue farbige Gestaltung welche gut mit der Umgebung harmoniert und eine frühere Farbgestaltung wieder aufnimmt. Das Kupferdach der Turmspitze wurde nach den Vorgaben eines Blechrestaurators sensibel restauriert. Die vergoldeten Zeiger und der Wetterhahn erhielten partiell frische Blattgoldaufträge, sodass der Kirchturm wieder in neuem Glanz erstrahlt.

Seitens der Kirchengemeindeleitung wurde nach der Sanierung des Kirchendaches und des Turms die Idee einer Gesamtsanierung weiter entwickelt. Diese soll neben der Ertüchtigung der Heizungsanlage auch eine gestalterische und organisatorische Weiterentwicklung beinhalten. Dieses betrifft die Neugestaltung von Kirchen- und Chorraum einschließlich der Beleuchtung, Schaffung von Abstellflächen für Stühle und Tische, sinnvolle Unterbringung der Küche, Errichtung eines Behinderten-WCs sowie Sanierung der vorhandenen Sanitäranlagen im Untergeschoss.

Baugeschichtlich bedeutende Elemente wie die Wandmalereien und die „Josefswand“ von HAP Grieshaber sind in Abstimmung mit den Denkmalämtern zu konservieren. Kirchenraum und Chorraum sollen einerseits bei geöffneter „Josefswand“ eine gestalterische und räumliche Einheit darstellen und andererseits bei geschlossener Wand jeweils für sich einen eigenständigen und stimmigen Raumeindruck vermitteln. Technische, bauphysikalische und Gestalterische Maßnahmen sind entsprechend zu entwickeln. Für die Unterbringung von Lagerräumen, Küche sowie des behindertengerechten WCs ist ein Anbau an der Südfassade der Kirche geplant.

LPH:1-8
PLANUNG:Dach 2010-2011, Gesamtsanierung 2015-2017
REALISIERUNG:Dach 2011, Gesamtsanierung 2017