Weiterentwicklung und Umbau
Städtisches Krankenhaus Singen

Wettbewerb 1987 - 1. PreisAus dem Realisierungswettbewerb im Jahre 1987 für die Weiterentwicklung und den Umbau des Krankenhauses Singen ging das Büro Tiemann-Petri als Sieger hervor. Es ergaben sich eine längere Zusammenarbeit in der verschiedene Projekte realisiert werden konnten, so der Bau der Erweiterung Ost, des Personalwohnheims, des Hubschrauberlandesplatzes und der Energiezentrale.

Wettbewerbsbeitrag:
Das Städtische Krankenhaus Singen, 1928 nach einem Architekturwettbewerb von Prof. Hermann Billing erbaut, weist trotz kontinuierlicher An- und Umbauten große Flächendefizite auf und ist in seiner Funktionalität stark eingeschränkt. Durch seine umfangreiche Erweiterung wächst das Krankenhaus zu einem eigenständigen Stadtviertel, das eine entsprechende Behandlung erfährt: die Baumasse ist in ablesbare Blöcke gegliedert, die in ihrer Höhenentwicklung dem städtischen Maßstab folgen. Die Gebäudeteile werden über Wege, Straßen und Plätze erreicht, in Form der internen Magistrale, die durch Café, Kiosk und Veranstaltungszonen öffentlichen Charakter erhält.

Ausblicke fördern die Orientierung im Komplex und stellen Beziehungen zum Park her, in den das gesamte Krankenhaus eingebettet ist. Die Behandlung des Krankenhauses als selbstverständlicher Teil der Stadt durch Elemente des Gewohnten erleichtert seine Integration und vermindert die Schwelle zwischen Stadt und Krankenhaus. Gebäudegliederung und modularer Aufbau sichern die Flexibilität von Pflege-,Untersuchungs- und Behandlungstrakten und ermöglichen die Bildung von Bauabschnitten.

Das baulich-funktionale Gesamtkonzept fügt sich in den städtebaulichen Kontext von Baudenkmal und Parklandschaft ein, ohne auf Entwicklungsmöglichkeiten zu verzichten. In einem ersten Sanierungsschritt wird die ehemalige Dachterrasse auf dem dominanten Rundturm des Altbaus für den Hubschrauberlandeplatz wiederhergestellt.

Form und Funktion erreichen ein hohes Maß an Kongruenz. Die besondere Prägnanz des Erweiterungsbaus Ost entsteht durch Form und Farbe des Baukörpers im Zusammenspiel mit der steil aufragenden Felswand des Hohentwiel.

PLANUNG UND REALISIERUNG:1987-1996